IT-Betreuung Wien / Websites / Ratgeber / Kosten und Planung
Kosten und Planung
Was Website-Wartung wirklich umfasst und was sie kostet
Wartung wird oft als vage Monatsgebühr verkauft. Hier steht, was tatsächlich dazugehört, was es kosten sollte und wie Sie einen echten Vertrag von einer Hostingrechnung unterscheiden.
Website-Wartung ist einer der undurchsichtigsten Posten der ganzen Branche. Unternehmen zahlen zwischen 20 und 500 € im Monat für etwas, das „Wartung und Support“ heißt, und können nicht erkennen, ob überhaupt etwas passiert. Oft passiert nichts. Bis eines Tages etwas kaputtgeht und sich herausstellt, dass der Vertrag auch das nicht abdeckt.
Dieser Beitrag zeigt, woraus Wartung tatsächlich besteht, was die einzelnen Teile wert sind und mit welchen Fragen Sie einen echten Wartungsvertrag von einer Hostingrechnung mit schönerem Namen unterscheiden.
Warum es Wartung überhaupt braucht
Eine Website ist kein gedruckter Folder. Sie ist Software, die auf einem Server läuft, aus dem Internet erreichbar ist und auf Bausteinen beruht, die sich ständig ändern. WordPress bringt regelmäßig Updates. Plugins werden unabhängig voneinander aktualisiert. PHP entwickelt sich weiter und stellt die Unterstützung alter Versionen irgendwann ein. Browser ändern sich. Zertifikate laufen ab.
Sich selbst überlassen, bleibt eine Website nicht gleich. Sie veraltet, und der Abstand zwischen dem, was sie verwendet, und dem aktuellen Stand wird zur Angriffsfläche. Die allermeisten gehackten WordPress-Websites werden nicht über eine raffinierte Lücke in WordPress selbst angegriffen. Sie verwenden ein Plugin mit einer bekannten Schwachstelle, die schon Monate vorher behoben wurde. Aktuelle Warnungen veröffentlichen in Österreich CERT.at und in Deutschland das BSI.
Wartung ist also nötig. Offen bleibt, wer sie macht und was Sie dafür bekommen.
Was in einen Wartungsvertrag gehört
Updates, bewusst eingespielt
Updates für Core, Plugins und Theme, nach Plan eingespielt und idealerweise vorher auf einer Testkopie geprüft. Der wichtige Unterschied: Automatische Updates, die im Dashboard eingeschaltet sind, sind keine Wartung. Sie sind eine Wette darauf, dass kein Update je mit etwas anderem kollidiert. Diese Wette geht irgendwann verloren. Echte Update-Betreuung heißt, dass sich danach jemand die Website ansieht.
Backups, die schon einmal zurückgespielt wurden
Tägliche Backups, gespeichert außerhalb des eigenen Servers und mindestens 30 Tage aufbewahrt. Und vor allem: mindestens einmal zurückgespielt, damit Sie wissen, dass die Wiederherstellung funktioniert. Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist eine Vermutung. Das verdient einen eigenen Absatz im Vertrag. „Wir machen Backups“ und „Wir stellen Ihre Website innerhalb einer Stunde wieder her“ sind zwei sehr unterschiedliche Versprechen.
Sicherheitsüberwachung
Malware-Scans, abgesicherte Logins, Prüfung auf veränderte Dateien und jemand, der merkt, wenn etwas nicht stimmt. Der Wert liegt in der Reaktionszeit. Eine manipulierte Website, die ein Kunde am Montag entdeckt, ist etwas anderes als eine, die am Samstagabend automatisch auffällt.
Verfügbarkeitsüberwachung
Automatische Prüfungen alle paar Minuten mit einer Benachrichtigung an einen Menschen. Das kostet wenig. Erfahren Sie von einem Ausfall durch Ihre Überwachung, bleibt Ihr Ruf heil. Erfahren Sie es von einem Kunden, leidet er.
Prüfung der Geschwindigkeit
Websites werden mit der Zeit langsamer, weil Inhalte und Plugins dazukommen. Ein regelmäßiger Blick auf Ladezeiten und Core Web Vitals fängt das ab, bevor es Sie Rankings kostet.
Ein festgelegtes Kontingent für Inhalte
Die meisten Verträge enthalten einige Stunden für kleine Änderungen: ein neues Teammitglied, ein geänderter Preis, ein korrigierter Tippfehler. Diesen Teil bemerken Kunden Monat für Monat. Genau hier bleiben die vagen Verträge absichtlich vage. Lassen Sie sich die Stundenzahl schriftlich geben.
Jemand, der antwortet
Eine zugesagte Reaktionszeit für den Fall, dass etwas nicht funktioniert. „Wir bemühen uns um rasche Antwort“ ist keine Zusage.
Was Wartung kosten sollte
Grobe Marktpreise in Europa, pro Monat und netto, also zuzüglich 20 % MwSt.:
- 20 bis 40 €: Hosting plus automatische Updates. Das ist Hosting mit dem Etikett Wartung. Niemand sieht sich Ihre Website an.
- 50 bis 150 €: betreutes Hosting, überwachte Updates, getestete Backups, Sicherheitsüberwachung und meist ein bis zwei Stunden für inhaltliche Änderungen. Das ist der realistische Bereich für eine übliche Firmenwebsite im B2B-Bereich.
- 150 bis 400 €: alles davor plus spürbare Entwicklungszeit, Arbeit an der Geschwindigkeit und bevorzugte Reaktion. Passend für Websites, die echten Umsatz bringen oder eigene Funktionen haben.
- Ab 400 €: gerechtfertigt durch Komplexität, Schnittstellen oder vertraglich zugesicherte Verfügbarkeit. Für eine reine Präsentations-Website ist es durch nichts gerechtfertigt.
Die nützlichste Gegenprobe ist der Stundensatz. Kostet ein Vertrag 200 € im Monat und enthält zwei Stunden Arbeit, zahlen Sie einen normalen Stundensatz und die Überwachung gibt es dazu. Kostet er 200 € und enthält nur Updates, zahlen Sie mehrere hundert Euro pro Stunde für eine Aufgabe, die eine Viertelstunde dauert.
Einen echten Vertrag erkennen
Fünf Fragen. Stellen Sie sie vor der Unterschrift, und stellen Sie sie auch Ihrem aktuellen Anbieter.
- Wann wurde meine Website zuletzt gesichert, und wann haben Sie zuletzt ein Backup zurückgespielt? Der zweite Teil ist die eigentliche Frage.
- Wie viele Stunden für Änderungen sind enthalten, und verfallen sie am Monatsende? Vage Antworten sind hier Absicht.
- Wie lange ist Ihre Reaktionszeit, wenn die Website nicht erreichbar ist, und steht das schriftlich im Vertrag?
- Testen Sie Updates, bevor Sie sie auf meiner Live-Website einspielen?
- Was bekomme ich, wenn ich kündige? Einen vollständigen Export mit Datenbank und Dateien oder eine höfliche Absage. Diese Antwort sagt am meisten über die Zusammenarbeit.
Ein Anbieter, der echte Arbeit leistet, beantwortet alle fünf in wenigen Minuten. Kommen die Antworten vage, ist das die Antwort.
Selbst warten
Das ist völlig legitim, wenn Sie ehrlich einschätzen, was es braucht. Sie brauchen eine Testumgebung, eine Backup-Routine mit Speicherung außerhalb des Servers und feste Termine für Updates statt „wenn es mir einfällt“. Dazu eine Verfügbarkeitsüberwachung und jemanden, der weiß, was zu tun ist, wenn ein Update das Layout zerschießt.
Planen Sie ein bis zwei Stunden im Monat ein, wenn alles läuft. Selbst gewartete Websites fallen meist nicht aus Unvermögen zurück. Wartung ist einfach nie das Dringendste auf der Liste, bis zu der Woche, in der sie das Einzige darauf ist.
Was Wartung nicht abdeckt
Das gehört klar gesagt, weil genau hier Streit entsteht. Wartung heißt, das Bestehende funktionsfähig zu halten. Sie umfasst nicht:
- Neue Seiten oder Bereiche
- Redesigns
- Neue Funktionen
- SEO-Kampagnen
- Texterstellung
- Reparaturen nach eigenen Änderungen
Das sind Projekte oder laufende Arbeit, die gesondert vereinbart wird. Packt ein Anbieter all das ohne genannte Stundenzahl in die Wartungspauschale, ist entweder die Pauschale zu niedrig angesetzt oder der Umfang zu großzügig versprochen. Beides endet gleich.
Was es kostet, wenn Wartung fehlt
Eine gehackte Website ist mehr als ein technisches Ärgernis. Sie bedeutet Ausfallzeit, eine Google-Warnung bei Ihrem Suchergebnis und eine Bereinigung, die mehr kostet als ein Jahr Wartung. Waren personenbezogene Daten betroffen, müssen Sie den Vorfall in der Regel binnen 72 Stunden der Datenschutzbehörde melden (Art. 33 DSGVO). Und eine Zeit lang schadet Ihre Website genau dem Unternehmen, für das sie gebaut wurde.
Daran gemessen ist die Monatsgebühr keine reine Servicegebühr. Sie ist der Preis dafür, dass die Website ein Gewinn bleibt und nicht zur Belastung wird.
Jede Website, die wir bauen, können Sie mit laufendem Hosting und Betreuung bei uns weiterführen oder ebenso an einen anderen Anbieter übergeben. Code und Inhalte gehören in beiden Fällen Ihnen. Das sollte nicht verhandelbar sein, egal wen Sie beauftragen. Was die Umsetzung selbst enthält, vereinbaren wir schriftlich, bevor die Arbeit beginnt.
Starten Sie Ihr Projekt, und wir melden uns innerhalb eines Werktags, um Optionen, Budget und Zeitplan zu besprechen.